Verantwortliches Vorgehen setzt Offenlegung der Fakten voraus Ürzig/Zeltingen, 30. April 2011 Im Interesse der touristischen Betriebe und der Winzer in der Mittelmoselregion sowie des Ansehens der Moselregion in der Welt fordert die Bürgerinitiative Pro-Mosel ein grundsätzliches Überdenken des hoch umstrittenen Baus der B 50 neu mit Hochmoselübergang. Selten lagen die Ansichten über den Nutzen eines Bauprojekts so weit auseinander wie in diesem Fall. Während auf der einen Seite immer noch von einer "Verbindung der Nordsee-Häfen mit den Rhein-Main-Gebiet" gesprochen wird, wurde von der Bürgerinitiative immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Verbindung längst besteht und der Hochmoselübergang einen deutlichen Umweg darstellen würde. Regional wie überregional wären die Erreichbarkeitsvorteile derart gering, dass ein autobahnmäßiger Straßenneubau nicht gerechtfertigt ist. Wenig beachtet wurde bisher auch, dass Teil III des geplanten Neubaus aus ökologischen Gründen voraussichtlich nicht realisierbar ist. Auch über die zu erwartenden Beeinträchtigungen für die regionale Tourismuswirtschaft und die Weinlagen zwischen Zeltingen und Bernkastel besteht kein Konsens. Die Bügerinitiative bemängelt vor allem, dass diese Punkte noch nicht einmal ernsthaft untersucht worden sind. Ein Tourismusgutachten ("ETI-Gutachten"), das erst nach Abschluss der Straßenplanung erstellt worden war, diente lediglich der gefälligen Rechtfertigung und enthielt zudem sachliche Fehler. Über das Problem der Wasserversorgung der Spitzenweinlagen fehlt bis heute jede gutachterliche Untersuchung. Völlig undurchschaubar ist auch die Frage der Kosten. Nach wie vor wird die aus dem Jahre 2008 stammende Zahl von 330 Millionen Euro als Gesamtsumme genannt, obwohl Einzelobjekte bereits jetzt höher veranschlagt wurden (für die Brücke wurde bereits jetzt, vor Baubeginn, ein Aufschlag von 20 Millionen eingeplant). Einem Bericht der Eifelzeitung zufolge könnten die Baukosten deutlich höher ausfallen; ab einer Gesamtsumme von 600 Millionen € würde der offiziell genannte Nutzen-Kosten-Faktor unter 1 sinken. "Wir halten es für unverantwortlich, ohne weitere Prüfung am Bau des Hochmoselübergangs festzuhalten", so der Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro-Mosel, Georg Laska. "Wir appellieren an die Partner der Koalitionsverhandlungen in Mainz, alles zu tun, um irreversible Schäden im Moseltal und eine Beeinträchtigung der dortigen Rieslinglagen auszuschließen." Die Bürgerinitiative drängt aus diesem Grund auf ein öffentliches Mediationsverfahren, bei dem alle Fakten offengelegt, fehlende Gutachten erstellt und das Für und Wider sorgsam abgewogen werden. Der Rückbezug auf ein unter umstrittenen Voraussetzungen durchgeführtes Planfeststellungsverfahren vor 11 Jahren kann und darf eine solche Überprüfung nicht ersetzen. Weitere Informationen:
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