Bürgerinitiative gegen den Hochmoselübergang

Georg Laska, kontakt@pro-mosel.de, Tel.: 06532 1598 // 01578 2357 121

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Ürzig/Zeltingen-Rachtig, 6.1.2014

 

Risiko Hochmoselbrücke


Baugrund birgt große Gefahren


Ein SPIEGEL-Bericht vom 21. Dezember 2013 über ungeklärte Baugrundrisiken am Standort der geplanten Hochmoselbrücke löste eine Lawine von Presseberichten mit z.T. neuen Einzelheiten aus. Der Leiter des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB), Prof. Dr. Harald Ehses, bestätigte, dass die Frage der Stabilität der Hochbrücke bis heute völlig ungeklärt ist. Es handele sich speziell am Westufer der Brücke um einen gefährlichen Rutschhang mit Bewegungen bis in 70 Metern Tiefe. Dieser sei durch Geröll und in Schluffgestein 'schwimmende' haushohe Felsbrocken gekennzeichnet. Seiner Meinung nach fehlen bis heute wichtige Untersuchungen, so dass das Baugrundrisiko überhaupt nicht abgeschätzt werden könne. Insbesondere fordert er ein hydrogeologisches Gutachten.

Die Reaktionen aus dem zuständigen rheinland-pfälzischen Infrastrukturministerium variierten im Tagesrhythmus: Gegenüber dem SPIEGEL hieß es noch, man könne die Kritik "nicht nachvollziehen"; die Standsicherheit der Brücke könne durch "ingenieurtechnische Maßnahmen" gewährleistet werden, ohne dass diese jedoch genauer spezifiziert wurden. Gegenüber dem Trierischen Volksfreund lenkte das Ministerium später ein und gestand die Erstellung des geforderten Gutachtens zu. Dies habe jedoch "nach derzeitiger Einschätzung keine Auswirkungen auf den Bau". Später war in der Rhein-Zeitung zu lesen, dass ein solches Gutachten bereits vor einem halben Jahr beschlossen worden sei. Zudem hatte das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium gegenüber dem Trierischen Volksfreund vergeblich versucht, die Streichung einer Äußerung des Geologen durchzusetzen.

Fachleuten wie Dr. Feuerbach hatten bereits vor Jahren die unzureichende Erkundung des problematischen Baugrunds bemängelt. Spätestens als im Frühjahr 2012 die Bautätigkeit aufgrund statischer Probleme unterbrochen werden musste, war klar, dass hier etwas nicht stimmte. Die Bürgerinitiative Pro-Mosel verlangte Einsicht in die entsprechenden Unterlagen, doch das Infrastrukturministerium sperrte sich dagegen wegen angeblicher Betriebsgeheimnisse. Auch das daraufhin angerufene Verwaltungsgericht Trier folgte dieser Auffassung, ohne jedoch die Unterlagen selbst geprüft zu haben. Zwischenzeitlich war mit dem Bau der ersten drei Pfeiler begonnen worden.

"So langsam wird klar, warum weder die Richter vom VG Trier noch wir die Prüfstatik der Brücke einsehen durften", meint Knut Aufermann von Pro-Mosel. "Es gibt sie offenbar gar nicht."

"Fehlende Gutachten, geheimgehaltene Informationen und der Versuch, erhebliche Baurisiken herunterzuspielen, prägen das Verhalten der rheinland-pfälzischen Behörden im Zusammenhang mit der Hochbrücke", so der Sprecher von Pro-Mosel, Georg Laska. Nur eine bedingungslose Offenlegung der Statikunterlagen könne die verloren gegangene Glaubwürdigkeit wiederherstellen.



Das Moseltal aus Sicht der Straßenbauer
(Quelle: Landesbetrieb Mobilität Trier / www.hochmoseluebergang.rlp.de)
(Großformatiges Bild mit Mausklick)


Links:


Prof. Dr. Harald Ehses vom Landesamt für Geologie und Berbau über die Risiken beim Bau der Hochmoselbrücke
Kommentar zu o.g. Artikel im TV
SPIEGEL-Artikel vom 21.12.2013
Mitteilung des SWR zum Urteil des Trierer Verwaltungsgerichts (Informationszugang)
Brief an Norbert Lammert
Internetseite der Bürgerinitiative Pro-Mosel
Erörterungsbericht zum Planfeststellungsverfahren, 1999
Der Planfeststellungsbeschluss



Video über das Problem Hochmoselübergang (filmische Zusammenstellung)
Materialien zum Hochmoselübergang

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Kontakt und weitere Information:
Georg Laska, Vors. von Pro-Mosel
Email, Tel.: 1578 2357 121

Dr. Elisabeth Reis, 2. Vors. von Pro-Mosel
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Heide Weidemann, stellv. BUND-Landesvorsitzende
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